Verkehrschaos in Gusow: Tempolimit auf 30 km/h für mehr Sicherheit!
Infrastrukturminister Tabbert und Landrat Schmidt prüfen Bauvorhaben an der B167, um Unfallgefahr durch Kurvenverbesserung zu senken. Baumfällungen stützen den Prozess.

Verkehrschaos in Gusow: Tempolimit auf 30 km/h für mehr Sicherheit!
Die Diskussion um die Sicherheitsmaßnahmen an der B167 zwischen Seelow und Gusow zieht sich wie ein roter Faden durch die Nachrichten der Region. Heute, am 13. August 2025, trafen sich Infrastrukturminister Detlef Tabbert und Landrat Gernot Schmidt in Seelow, um neue Pläne für die gefährliche Kurve entlang der Straße vorzustellen. Vor dem Hintergrund zahlreicher Unfälle, die sich auf dieser Strecke ereignet haben, ist die Dringlichkeit eines Handlungsbedarfs klar zu erkennen. Der Minister verschaffte sich zunächst einen Eindruck von der Lage vor Ort, um die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen zu untermauern.
Die geplante Kurvenverbesserung sieht vor, 61 Bäume, darunter 10 Alleebäume, zu fällen. Diese Entscheidung sorgt bereits vorab für Aufregung: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Klage gegen die Fällungen eingereicht und ein Eilantrag gegen den Planfeststellungsbeschluss ist anhängig. Bis zu dessen Abschluss werden die Baumfällungen vorerst ausgesetzt. Wie cityreport.pnr24-online.de berichtet, soll eine Diskussion sinnvoll geführt werden, um sowohl die Verkehrssicherheit zu erhöhen als auch den Schutz des alten Baumbestands, der als „Schatz“ gilt, zu berücksichtigen.
Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
Angesichts der hohen Unfallgefahr an der betreffenden Kurve wird eine vorübergehende Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h angestrebt. Der bestehende Straßenquerschnitt und die Querneigung sind unzureichend und erhöhen das Risiko für Verkehrsteilnehmer. Bereits jetzt gibt es Schutzplanken in den Kurven und Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 70 km/h. Dennoch ist dies für viele Experten zu hoch, und die Landesumweltbehörde plädiert für eine umfassendere Lösung zur Gefahrenreduzierung. Die Abgeordnete Sahra Damus (Grüne) sieht die Notwendigkeit, die Geschwindigkeitsgrenze neu zu überdenken, um die Sicherheit zu verbessern, besonders für Schulbusse, wie aus einem Bericht von rbb24.de hervorgeht.
Einige Expert:innen haben zudem angemerkt, dass Unfälle mit Aufprall auf Bäume auf Landstraßen fast 60 % der Verkehrstoten ausmachen, und gerade in diesem Zusammenhang darf die Erhaltung des Baumbestands nicht auf der Strecke bleiben. Die FGSV hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie man bestehenden Baumbestand bestmöglich schützen kann und welche flankierenden Maßnahmen notwendig sind, um die negative Unfallstatistik zu verbessern, eine Thematik, die näher auf der Seite der fgsv.de erläutert wird.
Der Balanceakt zwischen Verkehrssicherheit und Naturschutz
Der Landrat Gernot Schmidt hat das Ziel umrissen, eine Lösung zu finden, die sowohl die Menschen in der Region einbezieht als auch den Schutz der Alleebäume berücksichtigt. Dies ist besonders wichtig, da gegen die Fällungen von 75 Bäumen, darunter 18 über 250 Jahre alte Stieleichen, Widerstand erwächst. Politische Vertreter und die Öffentlichkeit sind sich einig, dass der Naturschutzwert der Allee bei der Planung berücksichtigt werden muss. Der Schulterschluss zwischen allen relevanten Akteuren ist gefragt, um eine vernünftige und akzeptable Lösung zu finden.
Wie die Statistiken zeigen, gab es in den letzten Jahren zwar keinen Unfallschwerpunkt in der Kurve, dennoch bleibt die Gefahr bestehen. Eine transparente Kommunikation und die Einbeziehung der Öffentlichkeit sollen sicherstellen, dass die Maßnahmen nicht nur durchgesetzt, sondern auch gut angenommen werden. Das Land und der Landkreis werden den Fortgang des Verfahrens aufmerksam begleiten und sich dafür einsetzen, dass alle Stimmen gehört werden.