Neubau des Bergmann-Klinikums: Welcher Standort ist der beste?

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Potsdam diskutiert den Neubau des Ernst-von-Bergmann-Klinikums. Oberbürgermeisterkandidaten äußern sich. Wahl am 21. September 2025.

Potsdam diskutiert den Neubau des Ernst-von-Bergmann-Klinikums. Oberbürgermeisterkandidaten äußern sich. Wahl am 21. September 2025.
Potsdam diskutiert den Neubau des Ernst-von-Bergmann-Klinikums. Oberbürgermeisterkandidaten äußern sich. Wahl am 21. September 2025.

Neubau des Bergmann-Klinikums: Welcher Standort ist der beste?

Was geht in Potsdam? Ein brisantes Thema beschäftigt die Stadt: das Ernst-von-Bergmann-Klinikum (EvB) steht vor der dringenden Notwendigkeit eines Neubaus oder einer umfassenden Grundsanierung. In den letzten Monaten wurden die Mängel der Krankenhaus-Infrastruktur besonders während der Corona-Pandemie sichtbar. Diese Mängel führten sogar zu einem Ausbruch der Krankheit und trugen zum Tod von Patienten bei. Das hat nicht nur für die Betroffenen dramatische Folgen, sondern stellt auch die Politik vor große Herausforderungen. Die Maz Online berichtet, dass die Gesundheitsministerin, Britta Müller (SPD), klarstellte, dass das Land die finanziellen Mittel für einen Neubau nicht bereitstellen könne. Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro sind jedoch unumgänglich.

Zur Klärung der Zukunft des Klinikums hat eine Kommission eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die verschiedene Standortoptionen für einen Neubau prüft. Laut Informationen von EvB Gesundheit könnte der Neubau unter anderem im Kirchsteigfeld oder Krampnitz realisiert werden. Während Kirchsteigfeld im Privatbesitz ist und Pläne für Wohn- und Gewerbeviertel existieren, gibt es am Standort Krampnitz Bedenken hinsichtlich der Erreichbarkeit und der Verkehrssituation. Darüber hinaus wäre der Erhalt des Klinikstandorts in der Innenstadt eine mögliche, aber kostspielige Variante. Der finanzielle Aufwand dafür würde bei etwa 1,7 Milliarden Euro liegen.

Kandidaten im Fokus

In der bevorstehenden Oberbürgermeister-Wahl in Potsdam, die am 21. September 2025 stattfindet, bringen die sieben Kandidaten ihre Meinungen zur Standortfrage des EvB ein. Severin Fischer (SPD) fordert eine sorgfältige Abwägung hinsichtlich Erreichbarkeit und Zukunftsfähigkeit. Clemens Viehrig (CDU) möchte die Krankenhausversorgung im Stadtzentrum halten und spricht sich für die Nutzung des Innenstadtstandorts aus. Für Dirk Harder von den Linken wäre der bisherige Standort der Favorit, da er eine gute Erreichbarkeit für alle garantiert. Zudem kritisiert Chaled-Uwe Said (AfD) das Handeln des Stadtrats und fordert eine Sanierung des Budgets, bevor auf Neubau entschieden wird. Michael Reichert (BVB/FW) befürwortet ebenfalls den Standort in der Innenstadt, während Alexander D. Wietschel von der Partei „Die Partei“ eine Lage am Wasser für sinnvoll hält, um Bootsverkehr zu integrieren. Noosha Aubel, Einzelbewerberin, sieht den Neubau am besten in zentraler Lage, der Finanzierbarkeit sollte jedoch Vorrang eingeräumt werden.

Die Machbarkeitsstudie, die 2021 durch den Hauptausschuss der Landeshauptstadt Potsdam beschlossen wurde, stellt sich als wichtige Grundlage für die Entscheidungen rund um das Klinikum heraus. Der zweitägige Workshop, um den die politische Entscheidungsträger über die Ergebnisse der Studie umfassend zu informieren, findet heute und morgen statt. An diesem Workshop nehmen auch Mitgliedern des Aufsichtsrats, Klinik-Managements sowie Experten der Infrastruktur- und Bauplanung teil. Ziel dieser Konsultation ist es, den notwendigen Investitionsbedarf und die Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die jedoch nicht alleine von der Stadt getragen werden können, so der Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums, Hans-Ulrich Schmidt.

Die anstehenden Entscheidungen sind von enormer Tragweite für die Gesundheitsversorgung in Potsdam. Während die Stadt auf ein gutes Händchen der politisch Verantwortlichen hofft, bleibt abzuwarten, welche Schritte konkret eingeleitet werden können. In Anbetracht der erheblichen Investitionssummen, die auf die Stadt und das Land zukommen werden, wird es auch darauf ankommen, wie die Finanzierung geregelt werden kann.