Bakterienalarm: Jede dritte Wildfleischprobe in MV gefährlich belastet!
Aktuelle Warnung: 30% der Wildfleischproben in MV mit gefährlichen Bakterien belastet. Gesundheitliche Risiken und Hygienemaßnahmen.

Bakterienalarm: Jede dritte Wildfleischprobe in MV gefährlich belastet!
In Mecklenburg-Vorpommern sorgt eine aktuelle Keimwarnung für ernsthafte Bedenken unter Wildfleischliebhabern. Prüfungen des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock haben ergeben, dass jede dritte der insgesamt 23 untersuchten Fleischproben von frei laufenden Wildwiederkäuern – darunter Rehe und Hirsche – mit verotoxin-bildenden Escherichia coli (VTEC) belastet ist. Diese Keime können beim Verzehr von rohem Fleisch gesundheitsschädlich für Menschen sein, wie der Uckermark Kurier berichtet.
Insgesamt wiesen mehr als 50% der Proben Mängel auf, wobei in 30% der Fälle erhöhte Keimzahlen anderer Bakterien, insbesondere hygienerelevanter Enterobakterien und Pseudomonaden, festgestellt wurden. Für Verbraucher heißt das: Wildfleisch muss vor dem Verzehr vollständig durchgegart werden, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Zudem wird empfohlen, beim Kochen auf hohe Küchenhygiene zu achten, um eine Übertragung der Bakterien zu verhindern.
Die Risiken und Herausforderungen von Wildfleisch
Wildfleisch wird oft als delikate Spezialität geschätzt, doch die aktuelle Situation wirft Fragen auf. Jährlich werden in Mecklenburg-Vorpommern mehrere tausend Tonnen Wildfleisch verkauft, und überwiegend sind es Reh-, Dam-, Rot- und Schwarzwild. In der Jagdsaison 2023/24 wurden dabei im Nordosten etwa 66.000 Schwarzwild und 15.000 Damwild erlegt. Dennoch stellt sich die Frage der Sicherheit des Konsums, insbesondere aufgrund der verschiedenen gesundheitlichen Risiken, die mit Wildfleisch verbunden sind.
Eine umfassende Untersuchung zeigt, dass Wildtiere häufig Träger von shiga-/verotoxinproduzierenden Escherichia coli (STEC/VTEC) sind, auch wenn sie selbst oft keine erkennbaren Symptome zeigen. Dies wurde auch durch eine Aktion in Österreich bestätigt, bei der 57 Proben aus Rohwürsten mit Wildfleisch untersucht wurden. Eine dieser Proben wurde als gesundheitsschädlich beanstandet. Die AGES hebt hervor, dass Fäkalkeime eine häufige Ursache für Kontaminierungen sind, oft aufgrund hygienischer Mängel beim Ausweiden.
Ökologische und gesundheitliche Bedenken
Die Bedenken beschränken sich jedoch nicht nur auf die mikrobielle Belastung. Studien verdeutlichen, dass Wildschweinfleisch Zoonosen wie Trichinose und Salmonellen übertragen kann. Zudem hat die WHO festgestellt, dass Wildbret häufig über den empfohlenen Grenzwerten für Blei belastet ist. Dies geht mit erheblichen Gesundheitsrisiken einher, vor allem für Schwangere und Kinder, für die der Verzehr von Wildbret gänzlich abgeraten wird. Laut Wild beim Wild ist der mittlere Bleigehalt bei Kleintieren in Europa etwa 14-mal höher als die EU-Risikobewertungen.
Die Empfehlungen für den Verbrauch sind klar: Wildfleisch sollte nur bis zu dreimal jährlich verzehrt werden, und die Verwendung von bleifreier Munition wird dringend angeraten. Auch die Einhaltung strenger Hygienestandards bei der Jagd und der Verarbeitung ist von entscheidender Bedeutung.
In Anbetracht der vielen Aspekte, die beim Genuss von Wildfleisch zu beachten sind, bleibt es abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Maßnahmen Verbraucher und Anbieter ergreifen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Das Augenmerk sollte zukünftig auch stärker auf die Umsetzung von Hygienestandards und die Verwendung schadstofffreier Produkte gelegt werden.