Spremberg gedenkt stolz der Opfer der Novemberpogrome 1938
Am 9. November 2025 fand in Spremberg eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Novemberpogrome 1938 statt, mit Theater und Ausstellung.

Spremberg gedenkt stolz der Opfer der Novemberpogrome 1938
Am 9. November 2025 fand in Spremberg eine Gedenkveranstaltung zu Ehren der Opfer der Novemberpogrome von 1938 statt. Rund 150 Menschen folgten dem Aufruf, um an die verfolgten Personen zu erinnern, die während des Nationalsozialismus in der Stadt lebten oder aus ihr stammten. Dieses öffentliche Gedenken wird seit 2021 jährlich durchgeführt und ist ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur in der Region. Bei der Veranstaltung wurden 194 Namen der Betroffenen verlesen, was die Teilnehmer tief berührte.
Im Rahmen des Gedenkens wurde ein eindrucksvolles Theaterstück aufgeführt, das die Geschichte der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Region während des Dritten Reichs thematisierte. Diese Darbietung unterstrich die schmerzvollen Erinnerungen, die viele Menschen in der Region mit dieser dunklen Zeit verbinden. Am Nachmittag wurde zudem eine Ausstellung im Rathaus eröffnet, die von der AG Spurensuche und dem Bündnis #unteilbar Spremberg organisiert wurde.
Erinnern an die Vergangenheit
In dieser Ausstellung wurden die Schicksale von Menschen präsentiert, die ab 1938 verfolgt wurden, darunter auch Ernst und Martha Tschickert sowie Reinhold Arndt. Für diese Personen wurden bereits im Oktober Stolpersteine verlegt, die an ihr Schicksal erinnern. Die Ausstellung wird bis Ende Dezember 2025 während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich sein.
Gunter Demnig, der Initiator der Stolperstein-Verlegungen, kündigte an, im März 2026 nach Spremberg zurückzukehren, um weitere Stolpersteine zu verlegen. Außerdem wird er am 6. März 2026 einen Vortrag halten, der sicherlich auf großes Interesse stoßen wird.
Gedenken im regionalen Kontext
Doch nicht nur in Spremberg wurde an die Opfer der Pogromnacht erinnert. Auch in Cottbus fanden an diesem Wochenende verschiedene Gedenkveranstaltungen statt. Am Freitag, dem 7. November, versammelten sich zahlreiche Menschen an der Karl-Liebknecht-Straße, dem Standort der ehemaligen Synagoge. Dort wurde an die Ereignisse von 1938 erinnert, als die Synagoge in Brand gesteckt und jüdische Geschäfte zerstört wurden. Oberbürgermeister Tobias Schick betonte die Bedeutung des Gedenkens für das Selbstverständnis der Stadt.
Schülerinnen und Schüler sowie Blechbläser des Evangelischen Gymnasiums gestalteten das Programm, während das Piccolo Theater am Sonntagabend eine Ausstellung über acht jüdische Kinder aus Cottbus eröffnete. Die Eigenproduktion „Anne“, inspiriert vom Leben Anne Franks, bot einen bewegenden Abend, der großen Anklang fand. Die Resonanz zeigte, dass das Gedenken an die Geschehnisse von 1938 in der Lausitz einen hohen Stellenwert hat.
Insgesamt verdeutlicht diese Vielzahl an Gedenkveranstaltungen, wie wichtig es ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen und die Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes lebendig zu halten. Nur so kann die Region, die viele Wunden trägt, ein besseres und gerechteres Zusammenleben für die Zukunft gestalten. Niederlausitz Aktuell und Radio Cottbus berichten ausführlich über die bedeutenden Veranstaltungen und die wichtige Arbeit vor Ort.