Gabriel kritisiert eigenen Russlandkurs: Einer der größten Fehler!
Sigmar Gabriel distanziert sich vor dem Untersuchungsausschuss in Schwerin von Fehlern der deutschen Russlandpolitik und dem Pipelineprojekt Nord Stream 2.

Gabriel kritisiert eigenen Russlandkurs: Einer der größten Fehler!
Die politischen Wasser in Deutschland sind derzeit alles andere als ruhig, insbesondere wenn es um das umstrittene Pipelineprojekt Nord Stream 2 geht. Am 7. November 2025 stellte sich Sigmar Gabriel, der ehemalige Bundeswirtschaftsminister, vor den Untersuchungsausschuss des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Hier musste er sich mit der kritischen Analyse seines früheren Umgangs mit Russland auseinandersetzen. Gabriel betonte, dass die Fehleinschätzung von Wladimir Putins Absichten einer der größten Fehler der deutschen Außenpolitik war, an dem er selbst beteiligt war. Ein Punkt, der große Wellen schlagen könnte, denn der Ausschuss schaut genau hin: Er untersucht den möglichen russischen Einfluss auf die Gründung einer Landesstiftung, die das Pipelineprojekt im Jahr 2021 trotz drohender US-Sanktionen unterstützte.
Der frühere Minister erklärte vor den Abgeordneten, dass es keine enge und regelmäßige Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern gegeben habe. Die politische Führung in Berlin hatte demnach nicht aktiv Einfluss auf den Verlauf des Pipelineprojekts genommen, das laut Gabriel in erster Linie der Sicherstellung der Gasversorgung diente und als privatwirtschaftliches Projekt betrachtet wurde. Dies wird von vielen als kontrovers angesehen, insbesondere da der Bau der Pipeline auch nach der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 fortgesetzt wurde. Gabriel verteidigte sich, indem er betonte, dass ein Stopp des Projekts die Verhandlungen im Krim-Konflikt nicht hätte gefährden dürfen.
Der Status Quo von Nord Stream 2
Die Diskussion um Nord Stream 2 wird zudem durch die aktuelle geopolitische Situation angeheizt. Auch wenn die Pipeline bereits vollständig gebaut wurde, ging sie wegen der russischen Aggression gegen die Ukraine nie in Betrieb. Seit den Sprengstoffanschlägen auf die Rohre ist sie zudem nicht mehr nutzbar.Die Zeit berichtet, dass auch Peter Altmaier, der damalige Chef des Bundeskanzleramtes, als Zeuge vernommen wird. Gerhard Schröder, Gabriel’s Vorgänger, hat bereits ausgesagt, und der aktuelle Bundeskanzler Olaf Scholz wird am 21. November ebenfalls vor dem Ausschuss sprechen. Es stehen also noch einige spannende Aussagen bevor.
Die politische Brisanz dieser Thematik könnte kaum höher sein. Der Untersuchungsausschuss hat sich das Ziel gesetzt, seine Arbeit bis zur bevorstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im nächsten Jahr abzuschließen. Damit wird eine zeitnahe Klärung angestrebt, die mit Sicherheit im Fokus der Öffentlichkeit steht. Gab es tatsächlich einen russischen Einfluss oder waren es nur Versäumnisse auf deutscher Seite? Diese Fragen stehen im Raum, und die Antworten könnten weitreichende Konsequenzen für die deutsche Außenpolitik haben.Nordkurier hat die Debatte um die Verantwortung von Gabriel und seine Rolle darin aufgegriffen.