Hebamme Christiane Ulrich berichtet: Traditionelle Geburtshilfe in Gefahr!
Erfahren Sie von Christiane Ulrichs spannenden Erfahrungen als Hebamme in der Mecklenburgischen Seenplatte und Mexiko. Vortrag am 7. November!

Hebamme Christiane Ulrich berichtet: Traditionelle Geburtshilfe in Gefahr!
In einer bemerkenswerten Veranstaltungsreihe wird die renommierte Hebamme Christiane Ulrich dessen ungeachtet ein eindrucksvolles Licht auf die traditionellen Geburtspraktiken der Maya werfen. Am 7. November um 19 Uhr wird sie in der Petite Galerie Beatrice in Neubrandenburg ihren Vortrag halten. In den letzten 40 Jahren hat Ulrich nicht nur in der Mecklenburgischen Seenplatte, sondern auch im Bundesstaat Chiapas in Südmexiko gearbeitet. Ihr Engagement erstreckt sich über viele Jahre, in denen sie als Volontärin in einem Frauenhaus speziell für indigene Schwangere aktiv war. Dabei hat sie tiefgreifende Einblicke in die Arbeitsweise von Maya-Hebammen und den Alltag der Tzotzil- und Tseltal-Familien gewonnen.
Der Vortrag verspricht, eine faszinierende Mischung aus Erfahrung und Kultur zu werden, untermalt von künstlerischen Darbietungen des mexikanischen Künstlers Maximo Farah. In der Pause können die Besucher mexikanische Spezialitäten genießen. Der Eintritt ist kostenlos, jedoch wird um freiwillige Spenden gebeten, um die Veranstaltung zu unterstützen. Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung erforderlich, die telefonisch unter 0395 45424481 oder per E-Mail vorgenommen werden kann.
Die Herausforderungen der traditionellen Geburtshilfe
Doch nicht nur Ulrichs Vortrag wird die Aufmerksamkeit auf die wichtige Thematik lenken. Die traditionelle Geburtshilfe der Maya sieht sich in Mexiko großen Herausforderungen gegenüber. Insbesondere im Süden des Landes, in Chiapas, gibt es neue Qualifizierungsprogramme für Hebammenanwärterinnen. Diese müssen jedoch abgeschlossen werden, um künftig eine Zertifizierung zu erhalten. Ein Problem, das vor allem die traditionellen Hebammen betrifft, denn nur Kinder, die bei zugelassenen Hebammen geboren werden, bekommen einen offiziellen Eintrag ins Geburtsregister. Dies bedeutet, dass nicht registrierte Kinder faktisch nicht existieren und von staatlicher Unterstützung ausgeschlossen sind, was ihre Zukunft stark gefährdet.
Eine beunruhigende Tatsache ist, dass viele praktizierende Maya-Hebammen im Hochland von Chiapas aufgrund mangelnder Bildungsangebote nicht an diesen Programmen teilnehmen können. Ihr wertvolles Wissen, welches Pflanzenheilkunde, Massagen und spirituelle Praktiken umfasst, wird oft nur über Mund-zu-Mund-Überlieferung weitergegeben, und droht damit zu verschwinden. Ein Buch mit dem Titel „Frauenheilkunde der Maya“ wirft einen Blick auf dieses wichtige kulturelle Erbe. Allerdings wird das traditionelle Wissen nicht ausreichend anerkannt; neue Zertifizierungsprogramme ignorieren die Bedürfnisse und die kulturellen Praktiken der indigenen Bevölkerung vollständig.
Initiativen zur Unterstützung der traditionellen Hebammen
Eine engagierte Organisation, die sich für die Anerkennung der traditionellen Geburtshilfe starkmacht, ist OMIECH (Organización de Médicos Indígenas del Estado de Chiapas). Sie fordert die Behörden auf, die diskriminierenden Praktiken zu beenden und den Hebammen das Recht zuzugestehen, eigenverantwortlich zu arbeiten. So haben Vertreter von OMIECH vom 12. September bis 15. Oktober 2023 eine Veranstaltungsreise durch Europa unternommen, um auf die Herausforderungen der traditionellen Maya-Medizin aufmerksam zu machen. Ein offener Brief an die Behörden von Chiapas fordert mehr Unterstützung für diese wertvollen Praktiken, die sonst ganz in Vergessenheit geraten könnten.
Christiane Ulrichs Vortrag ist somit nicht nur eine Gelegenheit, mehr über ihre persönlichen Erfahrungen zu erfahren, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung über die Herausforderungen, denen traditionelle Hebammen gegenüberstehen. Besuchen Sie die Veranstaltung, um mehr über die vitalen kulturellen Traditionen der Maya zu lernen und sich mit den Herausforderungen, die ihre Praktiken bedrohen, auseinanderzusetzen. Mehr Informationen darüber finden Sie unter nordkurier.de und bellis-frauenschule.de.