Streit um Windkraft: Bürger in Altentreptow fürchten Ruinenfeld!

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Informationsabend in Altentreptow zur Windkraftplanung: Anwohner äußern Bedenken zu Flächenanteilen und Mitbestimmung.

Informationsabend in Altentreptow zur Windkraftplanung: Anwohner äußern Bedenken zu Flächenanteilen und Mitbestimmung.
Informationsabend in Altentreptow zur Windkraftplanung: Anwohner äußern Bedenken zu Flächenanteilen und Mitbestimmung.

Streit um Windkraft: Bürger in Altentreptow fürchten Ruinenfeld!

In der Stadt Altentreptow steht die Windkraftplanung zur Debatte. Nordkurier berichtet, dass kürzlich ein Informationsabend zur Teilfortschreibung der Windenergieflächenplanung im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte stattfand. Dabei äußerten besorgte Anwohner aus Altentreptow und den umliegenden Gemeinden ihre Bedenken und Fragen bezüglich der Windkraftprojekte.

Der Druck ist hoch, denn bis 2032 müssen mindestens 2,1 % der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns für Windenergie ausgewiesen sein. Aktuell liegt die Region mit einem Flächenanteil von nur 0,8 % jedoch weit unter diesem Ziel. Auch bis 2027 müssen bereits 1,4 % der Flächen zur Verfügung stehen. Die Anwohner machen sich Sorgen, denn weite Teile des Landkreises sind durch Wasser, Moore und Bioreservate für Bebauungen ungeeignet, was die Planung zusätzlich verkompliziert.

Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung

Die Beteiligungsverfahren zur Planung der Windkraftflächen haben mittlerweile die zweite Phase erreicht, in der die Bürger ihre Bedenken äußern können. In der dritten Phase werden Stellungnahmen nur berücksichtigt, wenn Änderungen auftreten, die neue Betroffenheiten auslösen. Diese Rahmenbedingungen sorgen für Unmut unter den Bürgern, die das Gefühl haben, ihre Meinungen würden nicht ernst genommen und die Mitbestimmung sei unzureichend.

Peter Seifert, Leiter der Geschäftsstelle des Planungsverbandes, versicherte, dass alle Stellungnahmen von der Naturschutzbehörde überprüft werden. Im Zuge der Neubewertung sollen zudem alte Windräder durch modernere Modelle ersetzt werden, ein Prozess, der als „Repowering“ bekannt ist. Während die neuen Windräder effizienter Strom erzeugen, bleibt jedoch offen, was mit den stillgelegten Anlagen geschehen soll.

Stadtpolitik und Regelungen

Um die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen, hat die Stadtvertretung von Altentreptow beschlossen, eine Veränderungssperre über den geplanten “Windpark Altentreptow Süd” zu verhängen. Bis ein Bebauungsplan aufgestellt ist, soll auf der Fläche nichts gebaut werden. Stadtpräsident Gerhard Quast betont, dass dieser einstimmige Beschluss fraktionsübergreifend gefasst wurde, um die Ängste der Bürger ernst zu nehmen und ihnen mehr Mitbestimmung zu gewähren. Dabei wird gewünscht, unkontrollierten Wildwuchs beim Zubau neuer Windkraftanlagen zu vermeiden, wie auf Tagesschau nachzulesen ist.

Neue Gesetze für Bürgerbeteiligung

Parallel dazu plant die rot-rote Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern ein neues Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz für Windkraft und Solarenergie. Laut NDR sollen betroffene Bürger im Umkreis von 2,5 Kilometern von Windparks künftig Anspruch auf finanzielle Entschädigungen haben. Dieses Gesetz zielt darauf ab, die Bürger bis Ende 2032 als Eignungsfläche für erneuerbare Energien stärker einzubinden und die finanzielle Beteiligung zu erhöhen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Verständnis für Windkraftgegner und betont gleichzeitig die Notwendigkeit von Windkraft zur Energieunabhängigkeit. Bürger sollen demnach nicht nur von den finanziellen Vorteilen profitieren, die durch höhere Abgaben der Betreiber von Windkraft- und Solarparks generiert werden, sondern auch aktiv in die Planung und Umsetzung der Projekte einbezogen werden.

Mit den geplanten Maßnahmen und den angekündigten Veränderungen bleibt die Situation spannend. Die Bürger werden ein waches Auge auf die Entwicklungen werfen, um sicherzustellen, dass ihre Belange in der Windkraftplanung angemessen berücksichtigt werden.