Kampfjets über Greifswald: Anwohner besorgt über Militärübungen!
Militärübungen führten am 4.11.2025 zu tieffliegenden Maschinen über Greifswald, was Anwohner beunruhigte. Ursachen und Details.

Kampfjets über Greifswald: Anwohner besorgt über Militärübungen!
Am Dienstagmittag, dem 4. November 2025, sorgten gleich zwei Militärmaschinen für Aufsehen über der Innenstadt von Greifswald. Die Maschinen zogen in etwa 300 Metern Höhe über die Stadt und erzeugten dabei einen ohrenbetäubenden Lärm, der bei den Anwohnern für Verunsicherung sorgte. Eine 27-jährige Greifswalderin, Jenny Mertins, äußerte ihr Unbehagen in Anbetracht des Ukraine-Kriegs, während ein älterer Herr gar die Möglichkeit von Spionage durch russische Flugzeuge ins Spiel brachte. Das stellte sich jedoch als unbegründet heraus, wie die Ostsee-Zeitung berichtet.
Die beflogenen Maschinen führten Teil der Ausbildungsflüge für Lehrlinge der Waffenschule am Fliegerhorst Laage (bei Rostock) durch. Insgesamt starteten rund 20 Militärmaschinen, darunter Kampfjets und Transportflugzeuge. Eine Maschine des Typs „A400“ hob gegen 10.10 Uhr ab und wurde um 11.15 Uhr über Greifswald gesichtet, bevor sie nach rund einer Stunde wieder verschwand. Während die Übungen unter der Woche und in Höhenlagen von mindestens 300 Metern stattfinden, ist es theoretisch möglich, dass diese Maschinen auch auf 170 Metern über Städten wie Greifswald fliegen. Über größeren Städten wie Rostock liegt die Mindesthöhe zudem bei 600 Metern.
Die Übungen
Im Rahmen der Übungen wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen unterteilt, wobei die eine Gruppe den Feind darstellte und die andere die Verteidigung. Dabei kam es zu Ausweich- und Wendemanövern sowie simulierten Schüssen auf die Flugzeuge der gegnerischen Gruppe. Ziel dieser praktikablen Übungen ist es, die Handhabung der Maschinen zu schulen und sich auf einen Ernstfall vorzubereiten. Dies zeigt, wie ernst die Bundeswehr ihre Ausbildung nimmt.
Ein weiterer Aspekt ist die bundesweite Diskussion über Fluglärm und die Präsenz militärischer Flüge, die bis in die Zeit des Kalten Krieges zurückreicht. Historische Dokumente zeigen, dass in Deutschland mehrere Streitkräfte, darunter die Bundeswehr sowie die US Air Force und britische Royal Air Force, regelmäßig Fliegerhorste betrieben und eine Vielzahl von Einsätzen durchführten. Jährlich wurden hunderttausende Flugstunden absolviert, und Beschwerden über Lärmbelästigung sind in mehreren archivierten Akten dokumentiert. Damit wird deutlich, dass die Thematik des Fluglärms nicht neu ist und immer wieder für Diskussionen sorgt, wie auch das Bundesarchiv verdeutlicht.
Öffentliche Reaktionen
Die Sorgen der Anwohner über Lärmbelästigung oder mögliche sicherheitspolitische Implikationen während dieser Militärübungen sind verständlich. Sollte in Zukunft eine ähnliche Übung in der Nähe stattfinden, räumt die Bundeswehr die Möglichkeit ein, bei Fragen oder Beschwerden die Flugbetriebs- und Informationszentrale zu kontaktieren. Die Kommunikation zwischen Militär und Zivilbevölkerung könnte helfen, Missverständnisse und Unruhen künftig zu vermeiden.