Bitterfeld-Böhlen in Aufruhr: Helios-Klinik Zerbst schließt bald ihre Türen!
Die Helios Klinik in Zerbst schließt am 19. Dezember 2025, betroffen sind rund 270 Mitarbeiter. Bedenken zur Gesundheitsversorgung wachsen.

Bitterfeld-Böhlen in Aufruhr: Helios-Klinik Zerbst schließt bald ihre Türen!
Die Schließung der Helios Klinik in Zerbst/Anhalt am 19. Dezember 2025 sorgt für große Aufregung und Bestürzung in der Region. Rund 270 Mitarbeitende wurden vor wenigen Tagen über die Entscheidung informiert. Emotionale Reaktionen sind bei den Angestellten und Anwohnern zu spüren, insbesondere angesichts der Tatsache, dass keine offizielle Begründung für die Schließung gegeben wurde. Yves Zelmanski, der Betriebsratsvorsitzende, kritisierte die Landespolitik und forderte mehr Engagement von der Landesregierung, um die medizinische Versorgung in der Region sicherzustellen, während die CDU-Landtagsfraktion und die Linke im Landtag die Schließung als drohende Lücke in der medizinischen Grundversorgung ansehen. Das berichtete MDR.
Bereits in der Versammlung wurde klar, dass viele Mitarbeiter um ihre Zukunft bangen. Zelmanski schätzte, dass insgesamt etwa 300 Beschäftigte betroffen sind, einschließlich Reinigungspersonal und Techniker. Die Gespräche über alternative Arbeitsmöglichkeiten an anderen Helios-Standorten sind bereits im Gange, doch die Unsicherheit bleibt.
Veränderungen in der Notfallversorgung
Helios kündigte an, dass akute Notfälle wie Schlaganfälle, Polytrauma und Herzinfarkte auch weiterhin in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Die rettungsdienstliche Notfallversorgung soll sich nicht verändern, was für viele Anwohner eine Erleichterung darstellt. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, vor allem angesichts der Erfahrungen in anderen Regionen. Hier zeigen Beispiele wie Genthin und Havelberg, dass geschlossene Kliniken normalerweise nicht wieder eröffnet werden. Dies ist ein besorgniserregender Trend, wie das kma ausführlich erläutert.
Zusätzlich wird in der Diskussion um die Schließung auch die Privatisierung des Gesundheitswesens angesprochen. Diese hat in den letzten Jahren zu einer verstärkten Diskussion über die Folgen für die Krankenhausversorgung geführt. Das Ärzteblatt hebt hervor, dass die Eingriffe in die Krankenhauslandschaft oft von wirtschaftlichen Überlegungen geprägt sind, ohne breitere gesellschaftliche Debatten zu führen.
Politische Reaktionen und Zukunftsperspektiven
Die politischen Reaktionen auf die Schließung sind nicht nur emotional, sondern auch strategisch. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne betont die Sicherstellung der Versorgungsstrukturen, während Landrat Andy Grabner eine tragfähige Lösung und den Erhalt der bestehenden Angebote fordert. Die Grünen im Landtag sprechen von Intransparenz und plädieren für eine Aussetzung der Schließung sowie für die Prüfung alternativer Modelle.
In der Stadt Zerbst stehen viele Bürger der Schließung skeptisch gegenüber. Die Sorgen betreffen nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die gesamte Infrastruktur der medizinischen Versorgung, die durch die Schließung signifikant geschwächt werden könnte. Anwohner fordern von der Politik, dass hier schneller und entschlossener gehandelt wird, um lebenswichtige medizinische Dienstleistungen zu erhalten. In dieser aufgeladenen Situation bleibt abzuwarten, welche Schritte die Verantwortlichen unternehmen werden, um die Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft sicherzustellen.