Vogelgrippe im Osten: Zehntausende Hühner vor tödlichem Urteil!
Im Landkreis Mansfeld-Südharz breitet sich die Vogelgrippe H5N1 aus, was zur Tötung zehntausender Tiere führt.

Vogelgrippe im Osten: Zehntausende Hühner vor tödlichem Urteil!
Die Sorge um die Vogelgrippe wächst: Im Osten Deutschlands breitet sich das H5N1-Virus rapide aus und hat bereits alarmierende Ausmaße angenommen. Der aktuelle Brennpunkt befindet sich in Thüringen, wo im Landkreis Mansfeld-Südharz zahlreiche Tiere getötet wurden. Am 30. Oktober 2025 ordnete das Veterinäramt die Tötung des gesamten Bestands eines Legehennen-Betriebs mit rund 40.000 Hennen an, nachdem der Verdacht auf eine Vogelgrippe-Infektion geäußert wurde. Diese Maßnahme war nötig, um eine weitere Ausbreitung der hochansteckenden Geflügelpest zu verhindern, die bei vielen Vogel- und Geflügelarten tödlich verlaufen kann, wie thueringen24.de berichtet.
Die Situation verschärft sich zusätzlich durch die hohen Sterblichkeitsraten bei Wildvögeln, insbesondere bei Kranichen. Im Herbst 2025 sind mehrere Todesfälle in Brandenburg aufgetreten, wo über 1.000 Kraniche in einem Vogelschutzgebiet verendeten. Der Grund dafür wird ebenfalls im H5N1-Virus gesehen. Seit Oktober 2025 verbreitet sich das Virus in Deutschland, besonders begünstigt durch den Vogelzug, und betrifft unter anderem die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Gemäß Deutschlandfunk haben bis Ende Oktober etwa 400.000 Hühner, Enten, Gänse und Puten ihr Leben verloren.
Maßnahmen und Reaktionen
Die betroffenen Geflügelbetriebe müssen strenge Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Dazu gehört die Errichtung von Schutzzonen mit einem Radius von drei Kilometern rund um die betroffenen Betriebe, sowie Überwachungszonen mit einem Radius von zehn Kilometern. In diesen Zonen dürfen Geflügelprodukte, einschließlich Fleisch und Eier, nicht verkauft oder in Umlauf gebracht werden. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hat bereits verstärkte Vorkehrungen und ein koordiniertes Handeln gefordert. Gleichzeitig beantragen Geflügelhalter Entschädigungen für die erlittenen Verluste, wobei die Obergrenze von 50 auf 110 Euro erhöht werden soll.
Für die Aufrechterhaltung der Biosicherheit sind Tierärzte im Einsatz, die Schnelltests durchführen. Bei Verdacht auf eine Infektion müssen Bestände sofort isoliert und gekeult werden. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat den Tod der gefundenen Vögel am Stausee in Kelbra alsResultat einer H5N1-Infektion bestätigt. Die Bemühungen in den betroffenen Regionen wurden von NABU unterstützt, der die Bevölkerung aufruft, tote oder kranke Vögel nicht anzufassen.
Auswirkungen und Ausblick
Dem Virologen Martin Beer zufolge wird mit weiterer Ausbreitung der Vogelgrippe unter Wildvögeln gerechnet. Momentan sieht er jedoch kein signifikantes Risiko einer sekundären Ausbreitung zwischen den Geflügelbetrieben. Für Menschen besteht derzeit kein großes Risiko, auch wenn die Infektionen schwerwiegende Folgen haben können. In den letzten zwei Jahrzehnten sind zwar Todesfälle in Asien dokumentiert worden, jedoch blieben Infektionen in der EU bislang aus. Derzeit gibt es keine Pläne für eine nationale Impfkampagne gegen H5N1, obwohl in anderen Ländern flächendeckende Impfungen für Hochrisikogruppen durchgeführt werden.
Ein weiterer Blick auf die Situation zeigt, dass seit November 2023 vier neue HPAI-Genotypen nachgewiesen wurden. Der übergeordnete Genotyp, der Ger-02-23-N1.1, hatte sich bis September 2023 in der Wildvogelpopulation etabliert und zeigt, dass das Virus weiterhin eine ernsthafte Bedrohung für die Tiergesundheit darstellt. Das Friedrich-Loeffler-Institut ist mit der Überwachung betraut und wird die Entwicklung weiterhin genau beobachten.