Postkarten-Aktion in Stendal: Gemeinsam gegen Einsamkeit!
In Stendal startet die Aktionswoche gegen Einsamkeit am 22. September mit Postkartenaktionen und gemeinsamen Aktivitäten.

Postkarten-Aktion in Stendal: Gemeinsam gegen Einsamkeit!
In der Stadt Stendal wird mit der Aktion „Schreib mal wieder“ ein klares Zeichen gegen das vielschichtige Thema Einsamkeit gesetzt. Ziel dieser Initiative ist es, die Menschen dazu zu ermutigen, Freunden, Verwandten oder Nachbarn mit Postkarten eine Freude zu machen. Diese Idee soll nicht nur Herzen erwärmen, sondern auch den Bewohnern von Altenpflegeheimen in Stendal zugutekommen, denn gestaltete Postkarten können für sie gespendet werden. Organisiert wird die Aktion von der Freiwilligen-Agentur Altmark, der Bürgerinitiative und dem Mehrgenerationenhaus Stendal. Sie ist Teil der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements, in deren Rahmen auch eine Postkarten-Bastelaktion am Montag, den 22. September, von 15 bis 17 Uhr in der „Kleinen Markthalle“ stattfinden wird. Dies berichtet az-online.de.
Doch was steckt eigentlich hinter der Einsamkeit, die viele Menschen betrifft? Ein gemeinsames Frühstück in der „Kleinen Markthalle“ mit 15 Teilnehmern markiert den Beginn dieser Aktionswoche. Astrid Schulz, die nach vielen Jahren im Sozialdienst eines Krankenhauses nun im Ruhestand ist, hat eindrucksvoll mit vielen einsamen Menschen in Kontakt gestanden. Dabei wurde ihr immer wieder bewusst, dass Einsamkeit nicht nur ein Gefühl des Alleinseins ist, sondern auch emotionale Aspekte umfasst. Schulz bringt zum Ausdruck, dass Einsamkeit in allen Altersgruppen vorkommt, besonders jedoch bei älteren Menschen, die oft Schwierigkeiten haben, über ihre Empfindungen zu sprechen. Umso wichtiger sei es, Anlässe zu schaffen, bei denen Menschen zusammenkommen können, um sich auszutauschen und zu vernetzen, wie es auch Ursula Breitenfeld gegenüber dem MDR betont hat.
Einsamkeit als soziale Herausforderung
Einsamkeit ist mehr als ein individuelles Gefühl – es ist ein gesellschaftliches Problem, das vielfältige Ursachen hat. Sie kann zu einem Rückzug aus sozialen Beziehungen führen und somit auch zu physischen und psychischen Erkrankungen. Einsame Menschen beteiligen sich weniger am gesellschaftlichen Leben, was letztlich auch die demokratische Teilhabe beeinträchtigen kann. Dies wird von der Bundeszentrale für politische Bildung in ihrem Artikel deutlich, der aufzeigt, dass Einsamkeit nicht nur in der individuellen Erfahrung, sondern auch in gesellschaftlichen Strukturen verankert ist. Einsamkeit kann in verschiedenen Formen auftreten: emotionale Einsamkeit, soziale Einsamkeit und kollektive Einsamkeit sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass fehlende sozialen Bindungen und Kontaktmöglichkeiten zu einem schleichenden Alleinsein führen können.
Die Aktionswoche in Stendal umfasst zahlreiche Aktivitäten, um den sozialen Austausch zu fördern. Neben Spaziergängen, gemeinsames Essen und einem Ausflug an die Elbe stehen auch eine Führung durch den Stendaler Dom und gemeinsames Briefe schreiben auf dem Programm. Astrid Schulz und ihre Mitstreiterin Karin Stövesand haben es sich zur Aufgabe gemacht, zahlreiche gesellige Aktionen zu organisieren, um das Miteinander unter den Bürgern zu stärken und den Alltag von Senioren und anderen Betroffenen ein wenig heller zu gestalten.
Die Einsamkeit ist eine Herausforderung, der wir gemeinsam begegnen sollten. Dabei spielen auch öffentliche Räume und Gelegenheiten eine entscheidende Rolle, damit diese wertvollen Kontakte entstehen können. Indem Menschen zusammenkommen und sich aktiv mit ihren Nachbarn oder Freunden austauschen, tragen wir dazu bei, die Einsamkeit sichtbar zu machen und Lösungen zu finden. Die Stadt Stendal zeigt mit ihrer Aktionswoche und der Initiative „Schreib mal wieder“, wie wichtig es ist, gemeinsam anzupacken und einander statt nebeneinander zu leben.