Tropenkrankheiten auf dem Vormarsch: Chikungunya nahe der Grenze!
Tropenkrankheiten breiten sich aufgrund des Klimawandels in Europa aus. Die asiatische Tigermücke bringt Chikungunya und Dengue nach Deutschland. Informieren Sie sich über Risiken und Impfempfehlungen.

Tropenkrankheiten auf dem Vormarsch: Chikungunya nahe der Grenze!
Die Sorge um tropische Krankheiten in Europa nimmt zu, da die Verbreitung von Mücken und die damit verbundenen Infektionsrisiken stetig wachsen. Laut Tagesschau sind Infektionen mit tropischen Krankheiten unter Reiserückkehrern aus tropischen Ländern seit geraumer Zeit bekannt. Doch nun zeigen sich besorgniserregende Trends: Immer mehr Menschen infizieren sich direkt in Europa.
Eine alarmierende Entwicklung ist die autochthone Infektion mit dem Chikungunya-Virus, die erst kürzlich in Frankreich nahe der deutschen Grenze entdeckt wurde. Der Erkrankte hielt sich in Lipsheim und Fegersheim auf, wie RND berichtet. Diese Infektion ist keine Ausnahme: In den letzten Wochen wurden an der Mittelmeerküste Frankreichs insgesamt sechs lokale Fälle festgestellt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass solche Krankheiten auch in Deutschland zur Realität werden.
Klimawandel und Mückenpopulationen
Der Klimawandel spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung tropischer Krankheiten, insbesondere durch die Verbreitung warmer klimatischer Bedingungen, die das Gedeihen von Mücken begünstigen. Diese Verbreitung führt schon jetzt zu einem besorgniserregenden Anstieg lokaler Ausbrüche von Krankheiten wie Chikungunya, Dengue und Malaria in Südeuropa, so Epidemiologe Hendrik Wilking vom Robert Koch-Institut (RKI) laut Tagesschau. Besonders die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat in den letzten Jahren in Regionen wie Baden-Württemberg, dem Rhein-Main-Gebiet und Nordrhein-Westfalen Fuß gefasst.
Die Versauerung des Klimas begünstigt nicht nur das Überleben dieser Mücken, sondern auch die zügige Vermehrung der Viren, die sie übertragen. In den letzten zehn Jahren hat sich die asiatische Tigermücke in Deutschland drastisch ausgebreitet, und sie wird oft unwissentlich durch Reisende eingeschleppt. Zunehmende Infektionen zeigen sich auch in den aktuellen Zahlen des RKI: 84 Fälle von Chikungunya, 545 Fälle von Dengue und 421 Fälle von Malaria wurden alleine bis zum 30. Juni 2025 registriert.
Präventionsmaßnahmen und Herausforderungen
Ohne Frage: Maßnahmen zur Bekämpfung der Mückenpopulation sind dringend erforderlich. Das Vernichten von Brutstätten im eigenen Garten und der Einsatz von Larviziden sind Wechselwirkungen, die jeder Einzelne angehen kann. Experten betonen allerdings, dass es in Deutschland an der Zeit ist, effektive Therapien und Präventionsstrategien für Tropenkrankheiten zu entwickeln, da der Nachholbedarf groß ist. “Ein schnelles Handeln ist geboten”, so die Experten, die auch auf die steigenden Infektionszahlen und deren Dunkelziffer hinweisen, da tropische Virusinfektionen oft schwer zu diagnostizieren sind.
Mit der klimatischen Entwicklung ist zu rechnen, dass solche Übertragungen von Krankheiten in Zukunft zunehmen werden. In diesem Kontext ist es hinreichend bekannt, dass unter anderem Dengue-, Chikungunya- und Zikaviren durch infizierte Mücken übertragen werden können. Auch die Europäische Seuchenbehörde warnt vor neuen Gefahren: Immer mehr infizierte Personen könnten direkt auf Mücken übertragen werden, was die Situation noch komplizierter machen könnte.
Besonders gefährdet sind chronisch Kranke, Schwangere und Säuglinge. Es gibt bereits zugelassene Impfstoffe gegen Chikungunya in Deutschland, deren Nutzung jedoch stark eingeschränkt ist. Daher ist es umso wichtiger, dass Reisende sich vor Auslandsaufenthalten umfassend über Tropenkrankheiten und empfohlene Impfungen informieren.
Die Zeit drängt, denn mit jeder wärmeren Saison scheint die Bedrohung durch Tropenkrankheiten in Europa größer zu werden. Die Bürger sind aufgefordert, wachsam zu sein und sich aktiv an lokalen Initiativen zur Mückenbekämpfung zu beteiligen. Schließlich tragen wir alle gemeinsam die Verantwortung für den Gesundheitsschutz in unserer Region.