Wehre in Osterburg geöffnet: So schützen wir uns vor Winterhochwässern!
Wehre in Sachsen-Anhalt werden für den Winter vorbereitet, um Hochwasser bei Starkregen zu verhindern. Aktuelle Maßnahmen und Prognosen.

Wehre in Osterburg geöffnet: So schützen wir uns vor Winterhochwässern!
In Sachsen-Anhalt steht die Vorbereitung auf die Wintermonate an. Rund um Osterburg im Landkreis Stendal werden seit Mittwoch Wehre geöffnet und Stauanlagen geleert. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Staubecken für den Winter fit zu machen und Platz für eventuell anfallendes Wasser bei starken Regenfällen zu schaffen. Wie MDR berichtet, sind betroffene Flüsse die Tanger, Uchte, Aland, Biese, Milde sowie Jeetze/Dumme. Das LHW-Team, das für das Ablassen des Wassers verantwortlich ist, geht dabei strukturiert vor und beginnt flussaufwärts von der Mündung. Diese Öffnung der Anlagen nimmt mehrere Tage in Anspruch und betrifft insgesamt 25 Stauanlagen.
Im Winter müssen diese Stauanlagen allerdings leer sein, um Hochwasser nach möglichen starken Regenfällen zu vermeiden. In den Sommermonaten waren die Wehre und Stauanlagen aufgrund von geringen Niederschlägen geschlossen. Dieses Vorgehen ist Teil eines umfassenden Hochwasserschutzplans, um den oft unberechenbaren Wetterbedingungen gerecht zu werden.
Hintergrund und akute Herausforderungen
Der Winterhochwasserbericht 2023/2024 des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt zeigt, dass alle Flussgebiete des Landes betroffen waren. Die hydrologischen Bedingungen haben dazu geführt, dass die Wiederkehrswahrscheinlichkeiten für hochwassergefährdete Gebiete stark variieren. So liegt die Wahrscheinlichkeit für Hochwasserereignisse an der Elbe bei zwei bis fünf Jahren, während für die Unstrut, Bode, Mulde und Holtemme zehn bis zwanzig Jahre angesetzt werden. Besonders gefährdet erscheint die Helme mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Jahren für Hochwasserereignisse, wie in einem Bericht auf lhw.sachsen-anhalt.de erläutert wird.
Die vergangenen Jahre haben uns gelehrt, dass die Gefahrenlage durch den Klimawandel nicht zu unterschätzen ist. Wetterdienste warnen zunehmend vor Unwettern mit Starkregen, die in vielen Regionen, einschließlich Sachsen-Anhalt, zu erheblichen Schäden führen können. Häufig sind es plötzliche Niederschlagsmengen, die zu Sturzfluten und Überflutungen führen. Die Gefahren bei Starkregen sind vielschichtig: Überflutungen von Straßen, Anstieg von Sturzfluten in Hanglagen und Rückstaus an Engstellen sind nur einige der Herausforderungen, mit denen Grundstückseigentümer und Kommunen konfrontiert sind.
Maßnahmen und Vorsorge
Um den Herausforderungen von Starkregenereignissen gerecht zu werden, sind die Städte und Gemeinden gefordert, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Wie auf hochwasser.sachsen-anhalt.de zu lesen ist, sind Grundstückseigentümer selbst für ihre Vorsorgemaßnahmen verantwortlich. Das Umweltministerium hat bereits Informationsmaterial veröffentlicht, um Bürger über potenzielle Gefahren zu informieren. Dazu gehören auch Empfehlungen für bauliche Anpassungen und das Abschließen von Elementarschadenversicherungen.
Die Förderung von Aufklärungsmaßnahmen und die Erstellung von Gefährdungsanalysen sind ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Strategie, um Schäden zu minimieren. Zudem stehen Förderprogramme von EU, Bund und Land bereit, um praktische Verbesserungen im Hochwasserschutz zu unterstützen und Erosionsprobleme zu bekämpfen.
Die aktuellen Entwicklungen rund um die Wehre und Stauanlagen im Landkreis Stendal stellen nur einen Teil der umfassenden Maßnahmen dar, die nötig sind, um im Angesicht von Wetterextremen gerüstet zu sein. Doch gerade die Vorbereitungen sind entscheidend, um sowohl die Sicherheit der Anwohner als auch die Integrität der Infrastruktur in der Region zu gewährleisten.