Alarmstufe Rot: Asiatische Hornisse bedroht Sachsen-Anhalt!
Die Asiatische Hornisse erreicht Sachsen-Anhalt: Gefährdung für Bienen, Meldungspflicht und Identifikationstipps für Bürger.

Alarmstufe Rot: Asiatische Hornisse bedroht Sachsen-Anhalt!
Die Nachricht sorgte für Aufregung unter den Imkern und Naturliebhabern: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat Sachsen-Anhalt erreicht. Mitte September bestätigte das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU), dass sowohl durch Anwohner aus Colbitz als auch durch offizielle Meldungen erste Nester dieser invasiven Art gefunden wurden. Diese Hornissenart breitet sich seit 2014 in Deutschland aus, zunächst vor allem im Südwesten, und hat nun auch das nördliche und östliche Deutschland erreicht, wie bauernzeitung.de berichtet.
Die Asiatische Hornisse ist nicht nur ein Schreckgespenst für Imker, sondern auch eine potenzielle Bedrohung für die heimischen Insektenpopulationen. Laut einer aktuellen Studie der Universität Exeter zeigt sie ein auffälliges, flexibles Jagdverhalten. Die Hornisse ernährt sich weitgehend von Honigbienen, Wespen, Fliegen und anderen Insekten, was schwerwiegende Folgen für das Ökosystem haben könnte. Ein Rückgang der bestäubenden Insekten könnte sogar die Landwirtschaft und die Biodiversität in der Region gefährden, so die Einschätzung auf velutina.de.
Identifikation und Umgang mit der Asiatischen Hornisse
Doch wie erkennt man diese invasive Hornissenart? Zwei differenzierbare Merkmale helfen bei der Identifikation: Die Europäische Hornisse hat einen rotbraun-schwarzen Brustabschnitt und rotbraune Beine, während die Asiatische Hornisse einen komplett schwarzen Brustbereich und schwarze Beine mit auffälligen gelben Füßen aufweist. Für die korrekte Bestimmung ist ein Foto nötig, welches zur Meldung von Sichtungen an die zuständigen Behörden zu verwenden ist, wie umweltbundesamt.de erklärt.
Die Berichte über Sichtungen sowie gefundene Nester sind für die Naturschutzbehörden von großer Wichtigkeit, um geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung und Entfernung einleiten zu können. Allerdings gibt es eine große Unsicherheit in Bezug auf gesetzliche Regelungen – Verantwortlichkeiten bei der Nestentfernung sind nicht klar geregelt. Die Kosten für das Entfernen eines Nests können bis zu 5.000 Euro betragen. Aus diesem Grund fordert der Imkerverband Sachsen-Anhalt finanzielle Unterstützung für die betroffenen Imker und Anwohner.
Verbreitung und Risiken
Die Gefahr, die von der Asiatischen Hornisse ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Diese Art wurde 2016 von der Europäischen Kommission auf die Liste invasiver gebietsfremder Arten gesetzt und gilt seit März 2025 in Deutschland als „etabliert“, wodurch keine Bekämpfungspflicht mehr besteht. Sie kann in einem Quadratkilometer bis zu 15 Nester bilden, im Gegensatz zur Europäischen Hornisse, die meist nur ein bis zwei Nester anlegt. Das Jagdverhalten variiert dabei regional und saisonal, wobei insbesondere in ländlichen Gebieten die Honigbiene oft zur Beute wird.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass der Umgang mit der Asiatischen Hornisse nur von sachkundigen Personen erfolgen sollte. Da es gegenwärtig kein spezifisches Biozidprodukt zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse in Deutschland gibt, sind alternative Methoden wie manuelles Absaugen oder Abflammen in Erprobung. Eigenmächtige Versuche zur Nestentfernung durch Bürger werden stark abgeraten, da es sich unter Umständen um geschützte Arten handeln kann.
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse erfordert ein schnelles und koordiniertes Handeln. Daher bittet das LAU alle Bürger, Sichtungen zu melden und sich aktiv an der Dokumentation zu beteiligen. Nur durch Zusammenarbeit und rechtzeitige Maßnahmen kann das ökologische Gleichgewicht in unserer Region bewahrt werden. Der kommende Winter wird zeigen, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die nötigen Schritte ergriffen werden, um die heimische Natur zu schützen.