Messerangriff in Dresdner Straßenbahn: Tunesier verletzt, Rassismus verdächtigt!
In Dresden wurde ein Tunesier in einer Straßenbahn von zwei alkoholisierten Rechtsextremisten mit einem Messer verletzt.

Messerangriff in Dresdner Straßenbahn: Tunesier verletzt, Rassismus verdächtigt!
Ein beunruhigender Vorfall ereignete sich am Dienstag in einer Dresdner Straßenbahn, wo ein 35-jähriger Tunesier in einen Messerangriff verwickelt wurde. Dieser Angriff fand nach einem Streit zwischen dem Tunesier und zwei deutschen Männern statt, die nun als mutmaßliche Täter unter Verdacht stehen. Der Tunesier wurde am Hals verletzt und musste umgehend in ein Krankenhaus gebracht werden, wie MDR berichtet.
Die Zeugen alarmierten die Polizei, und die Tatverdächtigen, ein 26-Jähriger und ein 35-Jähriger, konnten kurze Zeit später festgenommen werden. Stellt sich heraus, dass beide Männer erheblich alkoholisiert waren: Der 26-Jährige wies einen Wert von 2,6 Promille auf, während der 35-Jährige mit 3,2 Promille erwischt wurde. Die Polizei hat die mutmaßliche Tatwaffe gesichert und die beiden Männer befinden sich nun im Polizeigewahrsam.
Politisch motivierte Straftaten
Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass die beiden Festgenommenen in der Vergangenheit bereits durch politisch motivierte Straftaten aufgefallen sind und dem rechten Spektrum zugeordnet werden. Der Staatsschutz der Dresdner Polizei hat die Ermittlungen übernommen, um zu klären, ob ein rassistisches Motiv hinter dem Angriff steckt. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Übergriffen in Sachsen, die zuletzt die öffentliche Debatte über die wachsende Gewaltbereitschaft rechtsextremer Gruppen angeheizt haben, wie die FAZ feststellt.
Die Sicherheitslage in Sachsen ist angespannt, was sich auch in den Zahlen zu rechtsextremistischen Straftaten widerspiegelt. Laut dem Verfassungsschutz liegt das gewaltorientierte rechtsextremistische Personenpotenzial in Deutschland bei etwa 15.300 Personen. Diese Zahl hat sich im Vergleich zu den Vorjahren erhöht und geht einher mit einem Anstieg der rechtsextremistischen Gewalttaten, die im Jahr 2024 auf 1.281 Fälle stiegen, was einer Zunahme von 11,6 % entspricht. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg fremdenfeindlicher Körperverletzungsdelikte um 4,8 % auf 916 Fälle im gleichen Jahr, betont die Verfassungsschutz.
In diesem Kontext gewinnen Vorfälle wie der Angriff auf den Tunesier in der Dresdner Straßenbahn eine neue Dimension. Sie erinnern daran, dass die Problematik des Rechtsextremismus und dessen gewalttätige Ausprägungen in Sachsen und darüber hinaus dringend angegangen werden müssen. Während die Ermittlungen weiterlaufen, bleibt zu hoffen, dass aus solchen Vorfällen Lehren gezogen werden und die Gesellschaft zusammensteht, um gegen Rassismus und angerichteten Schaden anzukämpfen.