Sachsen streicht Integrationsprojekte: Flüchtlingsrat schlägt Alarm!
Der Sächsische Flüchtlingsrat kritisiert drastische Kürzungen von Integrationsprojekten, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.

Sachsen streicht Integrationsprojekte: Flüchtlingsrat schlägt Alarm!
Am 11. November 2025 gerät die Integrationspolitik in Sachsen ins Kreuzfeuer der Kritik. Der Sächsische Flüchtlingsrat zeigt sich besorgt über massive Kürzungen der Fördermittel für Integrationsprojekte. Denn die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Von 91 eingereichten Anträgen wurden lediglich 21 zur Förderung ausgewählt. Anstatt der erhofften mehr als 6 Millionen Euro stehen nur noch 3 Millionen Euro zur Verfügung, was die finanzielle Grundlage zahlreicher Projekte, die sich für Teilhabe, Empowerment und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen, ernsthaft gefährdet. So berichtet das Migazin, dass insbesondere Angebote zur Beratung und Begleitung für Geflüchtete und andere marginalisierte Gruppen stark eingeschränkt werden.
Die Geschäftsführerin des Sächsischen Flüchtlingsrates, Angela Müller, warnt vor katastrophalen Folgen für die Geflüchteten und die gesamte Gesellschaft. Ihr zufolge führt das Fehlen von Angeboten zu mangelnder Orientierung und Informationsverfügbarkeit für Geflüchtete, Fachkräfte und Ehrenamtliche. Zudem befürchtet sie, dass engagierte Fachkräfte, die sich in dieser wichtigen Arbeit einsetzen, vor dem Aus stehen könnten, und die wertvollen Strukturen, die über Jahre aufgebaut wurden, wegzubrechen drohen.
Politische Hintergründe und Reaktionen
Ein Blick auf die politische Landschaft zeigt, dass die AfD-Fraktion in Sachsen erfreut über diese Streichungen ist. Sie fordert eine komplette Streichung der Mittel für die sogenannte “Asylindustrie”. Hinter den Kürzungen steht ein Untersuchungsausschuss, den die AfD in der letzten Legislaturperiode durchgesetzt hat. Dies hat zahlreiche Vereine in eine angespannte Lage gebracht, zumal viele aufgrund buchhalterischer Fehler Rückzahlungen leisten mussten und einige sogar Insolvenz anmelden mussten. Christian Schäfer-Hock vom Ausländerrat Dresden beklagt zudem die Ablehnung eines wichtigen Projekts zur politischen Bildung an Schulen.
Die betroffenen Vereine verlangen von der Landesregierung, die Gründe für diese drastischen Kürzungen transparent zu erläutern. Die Notwendigkeit für Beratungs- und Begleitungsangebote ist unbestritten. Maike Limprecht vom Kulturbüro Dresden betont die zentrale Rolle dieser Dienstleistungen für den Sozialstaat und schwärmt von den positiven Effekten einer aktiven Integrationspolitik.
Zukünftige Herausforderungen
Die aktuelle Situation wird als alarmierend wahrgenommen. Neben der Streichung der Fördermittel sind auch die Anträge zur Richtlinie „Integrative Maßnahmen für 2026“ stark betroffen. Es braucht dringend Klarheit und zukunftsorientierte Lösungen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht nur zu sichern, sondern aktiv zu fördern. Die Sorgen um die Marginalisierung gefährdeter Gruppen, wie etwa queerer Geflüchteter, sind dabei nicht zu unterschätzen, wie Anna Weißig von RosaLinde Leipzig e.V. hervorhebt. Ohne die nötigen finanziellen Mittel wird der Sozialstaat vor große Herausforderungen gestellt.
Die Zukunft der Integrationsarbeit in Sachsen steht auf der Kippe. Es bleibt zu hoffen, dass eine offene Diskussion und echte Lösungsansätze gefunden werden, bevor die strukturellen Schäden irreparabel werden.