Wölfe greifen zunehmend Rinder: Erneuter Angriff in der Sächsischen Schweiz!
Wolfsangriffe auf Rinder in der Sächsischen Schweiz nehmen zu: Experten diskutieren Maßnahmen zum Schutz der Tiere.

Wölfe greifen zunehmend Rinder: Erneuter Angriff in der Sächsischen Schweiz!
In der sächsischen Schweiz wird die Lage für Tierhalter zunehmend dramatisch. In letzter Zeit kam es zu einer Reihe bedrohlicher Wolfsangriffe auf Nutztiere, die die betroffenen Landwirte vor große Herausforderungen stellen. Wie Sächsische.de berichtet, wurde Mitte Oktober in Rückersdorf bei Neustadt ein gerade einmal 24 Stunden altes Wasserbüffelkalb von Wölfen getötet. Die Tierhalterin Anja Hillmann zeigte sich fassungslos über diesen Vorfall.
Das Kalb wurde brutal angegriffen: Zunächst wurde ihm in den Hals gebissen, bevor die Eingeweide herausgerissen wurden. Anja Hillmann fordert ein entschlosseneres Vorgehen der zuständigen Stellen gegen diese Übergriffe, die nicht die einzige dieser Art in der Region waren. Kurz vor dem Vorfall in Rückersdorf gab es einen ähnlichen Angriff in Pulsnitz, und nur zwei Tage nach dem ersten Vorfall wurde ein tot aufgefundenes Jungrind in Neustadt entdeckt, dessen Tod ebenfalls Wölfen zugeschrieben wird.
Wachsende Wolfspopulation und ihre Folgen
Die Ausbreitung der Wolfspopulation führt dazu, dass die Anzahl wolfsverursachter Schäden zunimmt. Ein Blick auf die Zahlen von DBB-Wolf.de zeigt, dass die meisten Übergriffe in neuen Wolfsterritorien geschehen, wo sich die Tierhalter oft noch nicht auf die Anwesenheit der Wölfe eingestellt haben. Diese Übergriffe kosten die Landwirte nicht nur Nerven, sondern auch Geld und können erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.
Statistiken belegen, dass Schafe und Ziegen europaweit häufig von Wölfen getötet werden, während Rinder und Pferde zwar auch betroffen sind, jedoch weniger Angriffsrisiko haben. Bei den 2024 in Deutschland registrierten Übergriffen wurden 91,1% der getöteten oder verletzten Nutztiere Schafe oder Ziegen, während der Anteil an Rindern lediglich bei 4,6% lag, meist in Form von Kälbern.
Herdenschutzmaßnahmen im Fokus
Herdenschutzmaßnahmen können dabei helfen, diese Übergriffe zu minimieren. Laut aktuellen Informationen müssen Tierhalter dringend lernen, mit den Wölfen umzugehen, um zukünftig Schäden zu vermeiden. Mindestschutzstandards wie ein 90 cm hoher Elektrozaun sind ein erster Schritt, stellen jedoch nur einen Kompromiss zwischen notwendigem Schutz und der bisherigen Tierhaltung dar.
Mit einer ansteigenden Population von Wölfen in Deutschland erhöht sich auch der Druck auf die Tierhalter, adäquate Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Situation ist ernst und erfordert ein gemeinsames Handeln aller Beteiligten, um ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur zu ermöglichen. Die anhaltenden Übergriffe sind ein deutliches Zeichen, dass es in der Region einiges zu klären gibt.
Die Diskussion um den richtigen Umgang mit der Wolfspopulation zeigt, wie wichtig es ist, pragmatische Lösungen zu finden, die sowohl dem Schutz der Nutztiere als auch den Bedürfnissen des Naturschutzes gerecht werden. In dieser Gemengelage liegt viel an den verantwortlichen Stellen, um in der Zukunft sowohl Schäden zu minimieren als auch die Wölfe zu respektieren.