Alarmstufe Rot: 1.400 Prostituierte – Dunkelfeld in Sachsen droht!
Zwickau verzeichnet 37 registrierte Prostituierte. Beratungsstellen warnen vor Dunkelfeld und bürokratischen Hürden.

Alarmstufe Rot: 1.400 Prostituierte – Dunkelfeld in Sachsen droht!
In Sachsen zeigt sich ein deutlich ansteigendes Bild der Prostitution: Mit knapp 1.000 offiziell gemeldeten Prostituierten im Jahr 2024 ist die Zahl um 60 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Städte wie Dresden und Chemnitz, wo die meisten Sexarbeiterinnen gemeldet sind. Doch die Grünen-Abgeordnete Katja Meier sieht in diesen Zahlen eine besorgniserregende Diskrepanz und warnt vor einem erheblichen Dunkelfeld in der Branche. Laut Welt liegt dies daran, dass viele Sexarbeitende aus Angst vor Stigmatisierung und Datenschutzbedenken auf eine Registrierung verzichten.
Die Beratungsstellen Leila und Daria verzeichneten im Jahr 2024 über 1.400 Kontakte, zusätzlich gab es rund 430 Beratungen vor Ort. Dies verdeutlicht den Bedarf an Unterstützung, der bei weitem nicht durch die offiziellen Zahlen abgedeckt wird. Besonders alarmierend sind die geringen Zahlen aus Görlitz, wo nur zwei Prostituierte gemeldet sind. Dies könnte auf Defizite in der Erfassung hinweisen.
Dunkelfeld und Schutzlose Prostitution
Immer wieder zeigt sich, dass viele Sexarbeitende keine Registrierung vornehmen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, im Dunkelfeld der Illegalität zu landen. Hier sieht die Abgeordnete Meier die bürokratischen Hürden als problematisch an. Seit der Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes im Jahr 2017 müssen Sexarbeiterinnen sich registrieren lassen und Gesundheitsberatungen in Anspruch nehmen. Das Gesetz soll Schutz vor Ausbeutung und Zwang gewährleisten, stößt jedoch auf Kritik. Wie taz berichtet, zeigen die Evaluationen des Gesetzes „beachtliche Erfolge“, doch die Akzeptanz des Anmeldeverfahrens unter den Prostituierten ist stark verbesserungswürdig.
Ein zentrales Problem ist eine mögliche Stigmatisierung, die viele Betroffene davon abhält, sich trauen zu registrieren. Erkenntnisse aus verschiedenen Befragungen zeigen, dass die grundrechtlich geschützte Tätigkeit der Prostitution nicht gescheitert ist, jedoch dringend Verbesserungen benötigt, insbesondere in Bezug auf den Zugang zum Anmeldeverfahren und die Ausbildung der Fachkräfte.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Grundlagen für die Prostitution in Sachsen sind klar geregelt: In Gemeinden mit weniger als 50.000 Einwohnern bleibt Prostitution verboten. Lediglich in Städten wie Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau, Plauen und Görlitz ist eine Anmeldung möglich. Diese Regelung wird seit 1991 auf Grundlage einer Verordnung der Sächsischen Staatsregierung angewandt, die zuletzt 2012 aktualisiert wurde. Bei Zuwiderhandlungen drohen Ordnungsstrafen und im Wiederholungsfall sogar strafrechtliche Konsequenzen. Diese strengen Vorgaben könnten dazu führen, dass viele Sexarbeitende ohne offizielle Registrierung arbeiten, was deren Schutz massiv gefährdet, wie revosax feststellt.
Insgesamt steht die Thematik der Prostitution in Sachsen vor großen Herausforderungen. Während die Zahlen der gemeldeten Sexarbeiterinnen ansteigen, bleibt die Frage der Sicherheit und des wirksamen Schutzes weiterhin ein drängendes Problem. Es wird deutlich, dass es an der Zeit ist, Lösungen zu finden, die nicht nur zahlenmäßig die Registrierungen erhöhen, sondern auch den realen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht werden.