Prozessbeginn gegen Susann Eminger: Verbindungen zum NSU aufgedeckt!
Susann Eminger aus Zwickau steht seit dem 7. November 2025 im Fokus des NSU-Prozesses. Ihre Verbindungen zu NSU-Mitglied Zschäpe und die laufenden Ermittlungen werfen Fragen zu den Hintergründen auf.

Prozessbeginn gegen Susann Eminger: Verbindungen zum NSU aufgedeckt!
Im Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Unterstützerin Susann Eminger, der heute beginnt, stehen brisante Details auf der Tagesordnung. Die 44-jährige Zwickauerin ist in den Fokus geraten, nachdem sie in den Verbindungen zu dem rechten Terrornetzwerk NSU entdeckt wurde. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Fall durch die identifizierende Aussage eines Zahnarztes und seiner Angestellten, die Beate Zschäpe, ein verurteiltes NSU-Mitglied, in ihrer Zahnarztpraxis unter dem Namen Eminger erkannten. Dies wurde von MDR berichtet.
Die Ermittler haben festgestellt, dass Zschäpe in mehreren Zahnarztpraxen in Zwickau, unter Verwendung einer Krankenkassenkarte, in Behandlung war. Ein Zahnarzt berief sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht, als das Bundeskriminalamt (BKA) Unterlagen zu Zschäpes Zahnstatus anforderte. In der durchsuchten Wohnung des NSU-Trios fanden sich zudem zahlreiche persönliche Gegenstände von Eminger, einschließlich Bahncards und ihrer Krankenkassenkarte. Beweismaterial, das teils in Form von Kameraaufnahmen dokumentiert ist, zeigte Eminger bei häufigen Besuchen der NSU-Wohnung.
Der Stand der Ermittlungen
Nach Aussage von Bundesanwalt Kai Lohse bleiben 14 Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU viele Fragen unbeantwortet. Die Verdachtsmomente gegen Eminger reichen von geheimen Handy-Nachrichten zwischen ihr und ihrem Ehemann André, in denen Decknamen des NSU-Trios auftauchen, bis hin zur Annahme, dass sie Zschäpe 2006 kennengelernt hat. Im Januar 2012 wurde Eminger offiziell als Beschuldigte geführt. Ihre Rolle als enge Vertraute von Zschäpe, die bereits zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und nun Teil eines Aussteigerprogramms ist, wirft ein Schatten auf das gesamte Verfahren.
Im Rahmen des Prozesses ist es auch erwähnenswert, dass Zschäpe als Zeugin geladen ist. Ihre Aussage wird für Anfang Dezember 2025 erwartet. Ein Urteil im Fall Eminger ist für Ende Juni 2026 angesetzt. Der Prozess und die damit verbundenen Ermittlungsergebnisse sind von herausragendem Interesse, sowohl in rechtlicher als auch in gesellschaftlicher Hinsicht.
Hintergrund zu NSU und seinen Unterstützern
Das Nationalsozialistische Untergrund (NSU) ist bekannt für eine Mordserie, die dem rechten Spektrum zugeordnet wird. Über die Jahre wurde deutlich, dass auch Unterstützer:innen wie Susann Eminger in die Taten involviert waren. Dies zeigt sich nicht nur in den bisherigen Ermittlungen, sondern auch in den Verbindungen, die solche Personen zum NSU-Terrornetzwerk hatten. Weitere Informationen können auf der Seite nsu.edu nachgelesen werden.
Die Komplexität des Falls und die Verwicklungen von Susann Eminger in das Umfeld des NSU machen deutlich, wie tief die Wurzeln des Problems reichen. Dies zeigt sich ebenfalls in der Berichterstattung über die aktuellen rechtlichen Entwicklungen und die fortwährenden Ermittlungen zu weiteren mutmaßlichen Kompliz:innen. Der Prozess verspricht, die Dynamik des Falls weiter zu beleuchten und möglicherweise auch neue Erkenntnisse über die Strukturen des NSU zu liefern.