Thüringens Sonnenblumen-Boom: 30% mehr Anbaufläche in diesem Jahr!
Thüringer Bauern erweitern die Anbaufläche für Sonnenblumen auf 6.300 Hektar, angetrieben von Klimawandel und Nachfrage.

Thüringens Sonnenblumen-Boom: 30% mehr Anbaufläche in diesem Jahr!
In den letzten Jahren hat sich der Anbau von Sonnenblumen in Thüringen enorm entwickelt. Mit einer Anbaufläche von etwa 6.300 Hektar in diesem Jahr, was einem Anstieg von etwa 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, konnten die Landwirte ihre Felder merklich erweitern. Diese Region hat seither einen regelrechten Boom an Sonnenblumen erlebt, denn der Anbau hat sich seit 2018 auf das Achtfache vergrößert. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen sowohl in den geänderten klimatischen Bedingungen als auch in den wirtschaftlichen Aspekten begründet. So stellen die Sonnenblumen eine robuste Alternative zu anderen Feldfrüchten wie Weizen oder Raps dar, insbesondere unter den gegenwärtigen veränderten Wetterbedingungen.
Aber warum sind gerade Sonnenblumen so hoch im Kurs? Ein wesentlicher Faktor ist der Ukraine-Krieg, der 2022 zu steigenden Preisen für Sonnenblumen führte. Ursprünglich sind Russland und die Ukraine zwei der wichtigsten Erzeuger dieser Pflanze, und die Unsicherheiten haben die Nachfrage und die Anbauflächen in Thüringen stark gefördert. Der regionale Bauernverband verweist jedoch darauf, dass auch die vorteilhaften klimatischen Bedingungen und die damit verbundenen hohen Erträge nicht außer Acht gelassen werden dürfen. “Sonnenblumen gedeihen gut unter den aktuellen klimatischen Bedingungen”, so die Sprecherin des Thüringer Bauernverbands, die betont, dass die Flächenausdehnung nicht ausschließlich auf den Ukraine-Konflikt zurückzuführen sei.
Klimawandel und Landwirtschaft
Der Trend, mehr Sonnenblumen anzubauen, zieht sich mittlerweile über mehrere Jahre. Bereits im Jahr 2022 betrug die Anbaufläche 4.700 Hektar, was einem Anstieg von 300 Hektar oder sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Besonders große Felder finden sich im Kreis Sömmerda, im Weimarer Land und bei Erfurt. Diese Flächen werden nicht nur für die Ölproduktion genutzt, sondern auch für die Herstellung von Snacks, Vogelfutter und als Zutat für verschiedene Backwaren.
Die Erntezeit für die ölhaltigen Kerne fällt in den Herbst, was für die Bauern eine erfreuliche Aussicht darstellt. Da die Sonnenblumen gut an die warmeren und trockeneren Sommerperioden angepasst sind, ist die Ernte in den letzten Jahren meist reichhaltig ausgefallen. Ein Auge müssen die Landwirte jedoch auf die Sicherheit ihrer Felder haben. Insbesondere der Diebstahl von Sonnenblumen und Mais, oft sogar für Dekorationszwecke, stellt eine Herausforderung dar. Daher haben einige Landwirte “Kassen des Vertrauens” eingerichtet, damit die Passanten für entnommene Blumen einen Obolus hinterlassen können.
Wirtschaftliche Perspektiven
Die Nachfrage nach Sonnenblumen bleibt weiterhin hoch, was auch in den finanziellen Erlösen für die Landwirte zu spüren ist. Ein großer Teil der geernteten Sonnenblumen wird in einer Mühle in Riesa verarbeitet, die als zentrale Stelle für die Produktionskette in der Region fungiert. Allerdings gibt es auch Unterschiede in der Verwendung der Sonnenblumenkerne, da der Großteil als Vogelfutter genutzt wird, während nur ein kleiner Teil in Ölmühlen landet.
Die Nachfrage nach Sonnenblumen gegen die Kulisse des Ukraine-Kriegs könnte also die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft in Thüringen prägen. Unabhängig von geopolitischen Ereignissen zeigt die Region ein gutes Händchen für den Anbau dieser vielseitigen Blume, die nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für den regionalen Markt eine zentrale Rolle spielt.
Insgesamt lässt sich festhalten: Ob als Speiseöl oder als Landschaftsverschönerung – die Sonnenblume ist nicht nur ein schönes, sondern auch ein wirtschaftlich relevantes Korn, das unseren Landschaften Farbenpracht verleiht und gleichzeitig den Landwirten ein gutes Einkommen sichert. Die Thüringer Bauern sind gut gerüstet, um auch weiterhin von dieser goldenen Ernte zu profitieren.
Weitere Informationen können Sie in den Artikeln von MDR, n-tv und Welt nachlesen.