Schlimbach fordert Bildungszeit: Sachsen bleibt hinter anderen Bundesländern zurück!

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DGB-Vorsitzender Schlimbach fordert Bildungszeit in Sachsen. Bedenken der Arbeitgeber und Koalitionäre im Sächsischen Landtag.

DGB-Vorsitzender Schlimbach fordert Bildungszeit in Sachsen. Bedenken der Arbeitgeber und Koalitionäre im Sächsischen Landtag.
DGB-Vorsitzender Schlimbach fordert Bildungszeit in Sachsen. Bedenken der Arbeitgeber und Koalitionäre im Sächsischen Landtag.

Schlimbach fordert Bildungszeit: Sachsen bleibt hinter anderen Bundesländern zurück!

Am gestrigen Tag fand eine öffentliche Anhörung zur Bildungszeit im Sächsischen Landtag statt, in der DGB-Vorsitzender Markus Schlimbach eine klare Position bezieht: Die Einführung einer Bildungszeit in Sachsen ist dringend notwendig. Schlimbach bezeichnete die Anhörung als spannend und spricht sich entschieden für die gesetzliche Regelung aus. Er kritisiert Arbeitgeber, die negative Folgen wie geschlossene Kitas und zusammenbrechende Unternehmen befürchten. Der DGB-Vorsitzende betont, dass in den 14 anderen Bundesländern mit Bildungsfreistellung keine derartigen negativen Auswirkungen bekannt sind. Hierbei handelt es sich um eine häufige Argumentation von Kritikern, die oft den Nutzen einer solchen Regelung nicht erkennen.

„Arbeitgeber sollten sich auf die Realität besinnen und die positiven Effekte der Bildungszeit anerkennen“, sagt Schlimbach und appelliert gleichzeitig an die CDU, vertragstreu zu bleiben und das Vertrauen nicht weiter zu verspielen. Sachsen und Bayern gehören derzeit zu den wenigen Bundesländern, in denen es keinen gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub gibt. In den meisten anderen Bundesländern können Arbeitnehmer zwischen fünf und zehn Tagen Bildungsurlaub in Anspruch nehmen, was für eine Vielzahl an Weiterbildungsmaßnahmen genutzt werden kann, sei es im beruflichen, kulturellen oder politischen Bereich.  https://www.wochenkurier.info/dresden/artikel/anspruch-oder-privatsache

Was ist Bildungsurlaub?

Die Idee hinter dem Bildungsurlaub ist einfach und genial. Wie gesetzlich festgelegt, können Arbeitnehmer unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts für anerkannte Bildungsangebote freigestellt werden. Diese zusätzlichen Urlaubstage sind, wie der Name schon sagt, ein Geschenk des Gesetzgebers, um lebenslanges Lernen und die persönliche Weiterentwicklung zu fördern. Arbeitnehmer sollen die Möglichkeit haben, ihre Kenntnisse zu vertiefen oder neue Fähigkeiten zu erlernen, ohne dass das Gehalt darunter leidet.

In Sachsen steht jedoch dieser wichtige Aspekt noch aus. Aktuell bemängeln verschiedene Stimmen, wie etwa Landtagsabgeordnete Elaine Jentsch und Timo Schreyer von der AFD, die vorgesehenen Regelungen. Jentsch sieht die Möglichkeit einer negativen Auswirkung auf die Arbeitszeitgestaltung in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, während Schreyer einen gesetzlichen Anspruch auf Weiterbildung als Privatsache betrachtet.

Kritik an der Einführung

Die Kritikpunkte sind vielfältig. Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter fordert zwar die Einführung der Bildungszeit als sinnvolles Instrument, dennoch sind die Sächsischen Industrie- und Handelskammern skeptisch. Sie warnen, dass eine solche Regelung die Kosten für Handwerksunternehmer in die Höhe treiben könnte, insbesondere in Zeiten, in denen die wirtschaftliche Lage angespannt ist.

  • Aktuellen Studien zufolge nutzen bundesweit nur 2-3% der Anspruchsberechtigten tatsächlich Bildungsurlaub.
  • Der DGB hat einen Volksantrag mit dem Titel „Gemeinsam für Bildungszeit“ initiiert, der über 55.000 Unterschriften gesammelt hat, um auf die Wichtigkeit dieser Thematik aufmerksam zu machen.
  • Im sächsischen Koalitionsvertrag haben CDU und SPD immerhin vereinbart, ab 1. Januar 2027, drei Tage bezahlte Freistellung für Weiterbildung einzuführen.

Trotz dieser Herausforderungen könnte eine klare positive Neuausrichtung in den kommenden Jahren anstehen. Ein starker Fokus auf die Attraktivität sächsischer Betriebe für Fachkräfte und eine bessere Arbeitszeitgestaltung könnten dafür sorgen, dass Brandenburg, Berlin und Co. nicht die einzigen Vorreiter der Bildungszeit bleiben. Der DGB sieht die Einführung der Bildungszeit gerade in Sachsen als einen fortschrittlichen Schritt, der nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Unternehmen langfristig stärken würde.

In dieser Debatte geht es um mehr als nur Bildung; es ist auch eine Frage der Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Sachsen. Schlimbach und seine Mitstreiter fordern eine Antwort auf diese entscheidende Frage: Wie will Sachsen seine Bürgerinnen und Bürger und somit auch die eigene Wirtschaft fit für die Herausforderungen der Zukunft machen?