Ehrenamtliches Paar beendet Naturführungen: Eine Ära geht zu Ende!

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Kerstin und Reinhard Robel, ehrenamtliche Naturführer im Biosphärenreservat Oberlausitz, blicken auf erfolgreiche Jahre zurück.

Kerstin und Reinhard Robel, ehrenamtliche Naturführer im Biosphärenreservat Oberlausitz, blicken auf erfolgreiche Jahre zurück.
Kerstin und Reinhard Robel, ehrenamtliche Naturführer im Biosphärenreservat Oberlausitz, blicken auf erfolgreiche Jahre zurück.

Ehrenamtliches Paar beendet Naturführungen: Eine Ära geht zu Ende!

Ein besonderes Kapitel im Oberlausitzer Biosphärenreservat neigt sich dem Ende zu. Das ehrenamtliche Naturführer-Paar Kerstin (71) und Reinhard Robel (72) aus Groß Särchen hat angekündigt, nach vielen Jahren ihrer Leidenschaft für die Natur nun einen Schlussstrich zu ziehen. Kerstin ist seit 1998 und Reinhard seit 2008 aktiv. Ihre Führungen haben zahlreichen Menschen die Schönheit der Region nähergebracht und sie für die schützenswerte Umwelt sensibilisiert. Über die Jahre hinweg vermittelte das Paar wertvolles Wissen über heimische Flora und Fauna und stellte die verschiedenen Lebensräume in den Mittelpunkt ihrer Erzählungen. So prägten sie die Naturbegeisterung vieler Teilnehmer, die seit 1998 zu insgesamt 1.206 Führungen mit 20.090 Teilnehmern bereitwillig kamen.

Die Robels, die in einem Gebiet voller urwüchsiger Bäume leben, finden häufig Inspiration in der Natur von Groß Särchen. „Die Bäume sind nicht nur Lebensraum für Kleintiere wie Käfer und Spinnen, sie spenden auch Schatten und bremsen den Wind“, erzählt Kerstin mit Leidenschaft. Besonders erinnert sie sich an eine Veranstaltung aus dem Jahr 2014, bei der sie an einer Weißbuche Halt machten und ihre Kindheitserinnerungen teilten. „In der Nähe dieser Buche lebte ein sorbisches Bauernpaar, und ich habe als Kind bei meiner Großmutter viel über die Natur gelernt“, so Kerstin weiter.

Engagement für die Natur

Ein starkes Fundament, auf dem auch die Naturführer des Oberlausitzer Biosphärenreservats aufbauen können, ist das Engagement von Freiwilligen. Der EUROPARC Deutschland e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, bürgerschaftliches Engagement in Schutzgebieten zu fördern. Im Rahmen des Programms „Ehrensache Natur – Freiwillige in Parks“ arbeiten Ehrenamtliche gemeinsam mit hauptamtlichen Betreuern im Naturschutz. Dazu gehört die Pflege von Streuobstwiesen oder die Markierung von Wanderwegen, um das Verständnis für Ökosysteme sowie den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt zu stärken. Im Biosphärenreservat seien seit 1998 zahlreiche ehrenamtliche Naturführer aktiv, wobei jährlich Fortbildungsveranstaltungen angeboten werden, um Wissen und Fähigkeiten stets zu erweitern.

Das Angebot spricht Menschen aus allen Altersgruppen und Berufen an. Die besonderen Spezialgebiete der Naturführer sind vielfältig, von Kräuterkunde bis hin zur Ornithologie. Kerstin Robel hat einen besonderen Fokus auf den Kräutergarten und die Umweltbildung mit Kindern gelegt, während Reinhard sich auf die Fische konzentrierte.

Natur und Bildung vereinen

Biosphärenreservate in Deutschland sind nicht nur ein Ort für den Naturschutz, sie fördern auch nachhaltige Wirtschaftsformen und bieten Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung an, wobei die internationale Kooperation im Vordergrund steht. Freiwilliges Engagement spielt dabei eine wesentliche Rolle. Seit 2011 gibt es in Deutschland den Bundesfreiwilligendienst (BFD), der allen Altersgruppen die Möglichkeit bietet, sich außerhalb von Beruf und Schule zum Wohle der Allgemeinheit einzubringen. Diese Einsätze sind sowohl im sozialen als auch im ökologischen Bereich möglich und bieten damit eine Plattform für nachhaltige Veränderungen.

Mit den Robels geht ein Stück Tradition zu Ende, aber ihr Erbe wird in den Herzen von den vielen Menschen, die sie berührt haben, weiterleben. Auch für die Zukunft bleibt das Engagement in der Natur von großer Bedeutung, um den Reichtum der Natur zu bewahren.

Zu entdecken gibt es jedenfalls genug – und vielleicht findet sich bald ein neues Paar, das die Rolle der Robels übernehmen und die Faszination der Natur weitertragen wird.